
Nach monaten ( oder sind es schon jahre) hab ich wieder in meinen blog geschaut.
Vieles hat sich geändert und ich hoffe inständig, dass es wieder bergauf geht.
Vielleicht tut es mir gut ( eine art psychotherapie), wenn ich mal einen teil meines erlebten in diesen blog stelle:
Und vielleicht bringt es auch für viele von euch zum nachdenken, wie schnell sich alles ändern kann?
20.september 2008 - das ominöse datum.
Der 20. september war ein samstag, verregnet und kalt,schräg gegenüber feiert die feuerwehr ihr herbstfest.
Chr., mein mann, hatte dienst als freiberuflicher tierarzt ,auch für seine beiden nachbarskollegen.
Wir sitzen am vormittag beim kaffee und besprechen die visiten, als er plötzlich im oberbauch/brustbereich einen heftigen schmerz verspürt. Der schmerz verlagert sich auf die wirbelsäule, ihm ist übel, es verschlechtert sich.
Ich telefoniere mit dem diensthabenden arzt ( gute 20 km entfernt) und fahre mit chr. hin. Das fahren ist eine tortur für ihn, jede kurve bereitet ihn schmerzen, ihm ist übel. Der arzt tippt auf einen verschobenen wirbel, gibt ihn eine spritze und wir fahren wieder heim.
Die mittagszeit kommt, die schmerzen werden nicht weniger, chr. marschiert im kreis, sein t-shirt ist patsch- nass ,er hat heftigste schmerzen.
Ich telefoniere nochmals mit dem arzt, sage, dass chr. zunehmend verfällt, es müsse was geschehen , er kommt vorbei, gibt ihm noch eine spritze und ruft die rettung.
Ich packe sachen zusammen, die rettung kommt und nimmt meinen mann mit.
Ich sitze da, fassungslos, mein kopf ist leer....
Ich rufe den nachbarskollegen an, bitte ihn, den dienst zu übernehmen, das telefon läutet immer wieder,die bauern rufen für visiten an, anfragen für kleintiere, ich notiere stoisch - ich kann alles noch nicht fassen.
Der nachbarskollege übernimmt, ich kann das telefon umstellen und warte.
Gegen 17 uhr meldet sich chr. telefonisch - ich atme auf, soo schlimm kanns nicht sein, wenner selber redet?
Er sagt, er habe eine aortendissektion, es sei nicht operabel und man müsse abwarten " es sieht scheisse aus" meint er.
In meinem kopf wirbeln die gedanken, ich kann nicht klar denken, kann mir nichts zusammenreimen.
Ich schalte den pc ein, google, ein riss in der aorta...
Ich rufe nochmals im krankenhaus an, lasse mich mit den diensthabenden arzt verbinden.
Ich frage ihn, wie es aussieht, er meint: die liese prokop hat es nicht bis ins krankenhaus geschafft... es sei schon ein gutes zeichen,dass er jetzt da sei...aber es bestünde lebensgefahr.. und ich solle kommen.
Ich sag das dem f. (meinen jüngeren sohn), ruf m.,meinen älteren buben(22) in wien an und teile ihm das mit.
F. und ich setzen uns ins auto, es giesst, ist schon dunkel, gegenüber lachen und grölen die leute im bierzelt, es ist gespenstisch und wir fahren los....
M. meldet sich: mama, es geht heute kein zug mehr, ich kann erst morgen in der früh kommen, seine stimme klingt so hilflos und verzweifelt.
Ich kenne die strecke nicht ins krankenhaus, es sind 50 km, mir rinnen die tränen herunter, ich sehe alles nur durch einen nebel.
F., mein jüngerer (eh schon 17), nimmt meine hand (seine hand ist total nass) und meint: Mama, pass auf, das bringt nichts- ich reiss mich zusammen und wir fahren weiter.
So, ich drück jetzt auf publizieren, ohne diesen beitrag auf rechtschreibfehler zu kontrollieren,
es regt mich immmer noch so auf, das meine hände zittern
lg zb